Es ist noch gar nicht so lange her, da war xt:Commerce das mit Abstand am meisten genutzte Open-Source-Shopsystem. Spätestens seit der Version „Veyton“, die zwar sehnlichst erwartet, aber letztendlich von vielen Nutzern als Enttäuschung empfunden wurde, wuchs das Interesse an anderen Anbietern jedoch deutlich.
Durch ihre rasante Weiterentwicklung schafften Systeme wie Magento und schließlich auch Oxid eShop den Einstieg in den stetig wachsenden Online-Shop-Markt. Architektur, Funktionsumfang, Support sowie die Größe der Community sind die Faktoren, die es bei der Wahl eines individuell passenden Shop-Systems hauptsächlich zu berücksichtigten gilt. Zunehmend gerät aber auch die Option, langfristig Erweiterungen und Updates vornehmen zu können, in den Fokus der Anwender.
Besonders wichig ist es bei der Wahl einer geeigneten Shop-Lösung, sich im Vorfeld umfangreiche Gedanken darüber zu machen, welche Anforderungen das Shop-System erfüllen muss (Größe, Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen etc.).Vielfach wird der Umfang der vorzunehmenden Anpassungsarbeiten unterschätzt. Hierbei entfaltet der Open-Source-Gedanke eine überaus positive Wirkung, denn durch fehlende Lizenzkosten und den möglichen Einblick in den Quellcode lässt sich das Anforderungsprofil meist erfolgreich in die Realität übertragen.

Mit Magento bietet die US-amerikanische Firma Varien eine sehr moderne und leistungsstarke E-Commerce-Software an, die bereits in der Grundversion eine Fülle an praktischen Funktionen bietet (flexible Versand- und Zahlungsabwicklung, SEO). Magento ist allerdings auch für seine hohen Hardware-Anforderungen bekannt, was bei einer großen Anzahl an verschiedenen Artikeln u. U. zu Problemen führen kann. Die äußerst komplexe Code-Struktur bedingt zudem einen Aufwand bei der Betreuung des Systems.

Eine primär für den deutschen Markt entwickelte Software-Lösung ist der Oxid eShop, der es mit seinem vollständig modular angelegten Aufbau Entwicklern ermöglicht, eigene Erweiterungen zu schreiben und diese ins bestehende System einzubinden. Der Code ist hier sehr übersichtlich aufgebaut, selbiges gilt auch für die Bedienung und die Einrichtung; dennoch sind auch spezielle Funktionen, wie z. B. zum Definieren komplexer Attributsets, integriert. Der Markteintritt des Oxid eShops fand im Herbst 2008 statt, dementsprechend erscheint die (vorwiegend deutschsprachige) Community im Vergleich zur Konkurrenz noch relativ klein.

xt:Commerce ist trotz seiner teilweise doch recht veralteten Architektur noch immer weit verbreitet. Auf den ersten Blick erscheint der Funktionsumfang der Software geradezu riesig, was sicherlich vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass xt:Commerce schon einige Jahre auf dem Markt ist. Vorteilhaft für Betreiber von kleineren Online-Shops sind die niedrigen Ansprüche an die verwendete Serverhardware. Da der offizielle Hersteller-Support für die letzte kostenfreie Variante xt:Commerce v3 jedoch mittlerweile eingestellt wurde, wird die Software für die Open-Source-Community zunehmend uninteressanter.